Ein Leben ohne Müsli ist möglich, jedoch vollkommen … undenkbar? (# 1)

Dein Pferd ist auch ein MüsliMan oder MüsliWoman, stimmt´s?

Säckeweise schleppst Du das Müsli oder Mash in den Stall, oder lässt es liefern. Das Beste vom Besten soll es sein, Preise werden verglichen und darauf geachtet, dass Hoppi nur nichts Schlechteres bekommt als Nachbarhoppi. Als Betthufperl oder zu Belohnung, zur Steigerung von allem möglichen und Vermeidung großen Übels, wie etwa ernährungsbedingte Krankheiten.

Zutaten, von denen Du im schlimmsten Fall gar nicht weißt, was es ist überfliegst Du und bestenfalls ist es frei von dies, das und jenem, Zucker, Eiweiß, Kohlenhydraten, Hafer… Dafür Zutaten, von denen man noch nie etwas hörte und von denen auch nicht alle im Zutatenverzeichnis erscheinen müssen.

Nur das Beste eben.  Was würde eigentlich passieren, wenn Du das einfach weg lässt? Ja, richtig gelesen – weg lässt!

Außer ein vollerer Geldbeutel und daher Geld z.B. mal wieder eine gute Reitstunde zu nehmen … nichts. Genau nichts.

Ein paar Stall-Lemminge werden vielleicht kritisieren, wie arm dran das Tier doch ist und „ach wie hungrig es doch schaut“ und dass er/ sie das doch unbedingt braucht, schlimmstenfalls sogar, weil es gerade krankheitsbedingt Boxenruhe verordnet bekommen oder nur geführt werden kann hat. Hoppi wird eventuell 2 x betteln und hämmern, aber dann? Eher nichts.

Wohl kein Tierarzt, kein Ernährungsberater (außer solche im Mitvertrieb einer bestimmten Firma), kein THP wird schimpfen oder sagen, das Pferd würde dadurch krank.

Doch da wir selbst von Säuglingsalter an darauf geprägt sind, dass Essen Zuwendung bedeutet, wenden wir uns unseren Lieblingen auch (am liebsten und am leichtesten) über Essen zu. Heu kauende Pferde allerdings mümmeln friedlich und ohne uns groß zu beachten am Halm. Ist es etwa krank? Es würdigt mich keines Blickes , …. ist es nicht doch irgendwie … mager? Muss ich nicht … aufbauen?

Gesunde (!) Pferde benötigen als Futter: Sauberes Trinkwasser, gutes Heu, Heu, Heu, Gras, das auf die Heumenge angerechnet werden muss, ein gutes, in der Zusammensetzung hochwertiges (!) Mineralfutter und nur bei Leistungserbringung, und das ist nicht ein Ausritt oder eine kleine Reitstunde am Tag, eine dieser Leistung angepasste Menge an Kraftfutter wie z.B. Hafer oder Gerste. Saftfutter wie Karotten oder rote Rüben in Maßen, mal ein Apfel und sonst… nichts. Dafür viel körperlich-seelische Zuwendung (ausgiebiges Putzen ist der zeit nicht en vogue), viel freies Bewegungsangebot, vernünftiges, gesund erhaltendes Reiten/ Fahren gleich welcher Richtung/ Schule .

Alles andere ist nicht nur Luxus, sondern ist auch ein Risikofaktor für ernährungsbedingte Krankheiten. EMS, Hufrehe, Arthrose, Kolik, Gelenkchips sind gefürchtet und dennoch, wir bzw. unsere Fütterung ist  in so vielen Fällen ist eigentlich die Ursache.

Fortsetzung folgt…

Hinweis: Dieser Artikel stellt eine Einschätzung der Praxis KomplemenThera dar. Keinesfalls darf diese als allgemeine (Behandlungs-) empfehlung verstanden werden. Bei Notfällen, wie z.B. Kolikverdacht, größeren Verletzungen muss umgehend ein Tierarzt hinzugezogen werden.
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